In diesem Jahr geht's mit dem Bus nach Hamburg. Abfahrt um kurz nach 6 Uhr am DGH in Ottendorf.
Nach einem Zwischenstopp auf der Autobahnraststätte kamen wir ca. 1/2 8 auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg an.
Wir, das ist die Marathongruppe aus Ottendorf, hatten genügend Zeit um uns am Bus umzuziehen. Nach der Taschenabgabe ging dann jeder zu seinem vorgegebenen Startblock. Die Blöcke wurden sehr scharf kontrolliert, kein Eintritt mit der falschen Startnummer. Nur einer mogelte sich durch 'Urkundenfälschung' in den Startblock F.
Ich wars nicht!
In meinem Block traf ich dann noch den Startblockmogler, sowie Arno und Gerd, der auch das Ziel hatte den Marathon unter 3:30 Stunden zu laufen. Ich hatte zwar auch das Ziel und auch genügend dafür trainiert, aber mein Kopf sagte mir jetzt schon, dass das heute bei den Temperaturen nicht zu schaffen ist.
Trotzdem lief ich nach dem Ertönen der Startglocke mit den 3 Stunden 30 Ballonläufern los. Es war schwierig an die Läufer heranzukommen, da sie schon einen Block vor mir gestartet waren und somit einen Vorsprung hatten. Nach etwa 4 Kilometern hatte ich jedoch aufgeschlossen. Das Tempo ca. 4:50 - 4:55 min/km empfand ich als angenehm und so beschloss ich solange bei den Pacemakern zu bleiben wie es geht.
Schon bald erreichte ich die Landungsbrücken. Hier herrschte eine Stimmung, die ich zwar als 'irre' in Erinnerung hatte, aber heute übertraf es alle bisherigen Läufe. Ich bekam eine Gänsehaut nach der anderen. Die Zuschauer waren um diese Uhrzeit wirklich wach! So einen Lärm gibts sonst nur auf einer Baustelle. Elke und Sabine erkannte ich in der Menge an dem unverkennbaren Staubwedel, den die Beiden schwenkten.
An der verabredeten Stelle entdeckte ich aus der Ferne eine Holstein Kiel Fahne. Das ist das Erkennungszeichen meiner Familienfangruppe, der ich noch mit voller Kraft zuwinken kann. Wenig später im Wallring-Tunnel kam jedoch nicht die gewohnte Stimmung unter den Läufern auf. Ich erinnerte mich an meinen ersten Hamburg Marathon, als durch den Tunnel eine Welle nach der anderen lief und alle brüllten und klatschten.
Durch meine 3 Ballonläufer, die ich immer bei mir hatte, brauchte ich mich nicht um Zwischenzeiten oder Geschwindigkeit zu kümmern und konnte so bis zu einem gewissen Punkt das Umfeld beobachten und geniessen. Der Halbmarathonpunkt war dann auch schnell erreicht (1:43) und alles war OK, nur dass es immer wärmer wurde. Ich beobachtetet nun öfter meine Pulswerte, die mit ca. 140 bpm passten.
Ich konzentrierte mich wieder auf die Zuschauer, um unsere mitgereisten Fans rechtzeitig zu entdecken. Gerade noch sah ich Christian der im letzten Moment an die Strecke gelaufen kam.
Bei Kilometer 28 merkte ich, dass ich die Geschwindigkeit nicht mehr weiter laufen durfte, da ich sonst eingehen würde. Der Puls stieg an und so ließ ich die Ballonläufer mit der 3:30 laufen. Von meinem Ziel unter 3 1/2 Stunden zu bleiben verabschiedete ich mich entgültig.
In meinem Kopf begann nun der Marathon. Etwa bei km 33 verlangsamte ich das Tempo weiter, da die Wärme unerträglich wurde. Bei jeder Verpflegungsstelle nahm ich mindestens 3 Becher Wasser. Zum Trinken und zum Abkühlen. Bei km 35 kam mir das erste Mal der Gedanke einfach aufzuhören. Doch ich kämpfte mit dem Teufel in meinem Kopf und befahl ihm sich jemand anderes zu suchen! Er hat auch so einige gefunden.
Bei km 38 dann endlich wieder unsere Fans, Sabine und Elke. Aufmunterung, das tat gut! Gleich danach entdeckte ich meine Familie mit der 'Holstein Fahne'. Es ging mir danach wieder so gut , dass ich am Klosterstern den Jubel der Zuschauer hören und auch geniessen konnte. Ich sagte mir immer wieder, " komm Joachim geniess es!!!!! "
Dann km 40, ich schwöre dass der Berg 2008 nicht so steil war, wie in diesem Jahr!
Km 41, ich bekomme den Tunnelblick. Wieviele Kilometer sind es denn noch? Ich rechne und denke es müsste der letzte sein!
Doch das Ziel will nicht kommen. Da endlich sehe ich auf dieser verdammt langen Geraden das Zielbanner. Das schaffe ich noch, aber lächeln fürs Zielfoto kann ich nicht mehr. Meine Zeit - 3:43 Std. wie im letzten Jahr.
Ich hole mir meinen Verpflegungsbeutel ab und denke nur noch an das alkoholfreie Hefeweizen, welches es aber auf der anderen Seite des Läuferdorfes gibt. Wie schlecht war denn diese Planung? Nachdem ich mich einige Zeit im Schatten sitzend ausgeruht habe und das Bierchen und meine Verpflegung genossen habe, bin ich dann zu unserem Bus zurück, wo Arno, der eine unerwartet gute Zeit (3:46) gelaufen ist, schon die Bänke und das Klappzelt aufgebaut hatte.
Am Bus warteten wir nun auf unsere nach und nach eintreffenden Läufer/innen und Fans.
Nachdem alle wieder eingetrudelt waren, dann Abfahrt Richtung Kiel. Am Abend saß die Marathongruppe dann noch einmal gemütlich zusammen im 'Greenfields', um die Erlebnisse auszutauschen.
Mein Dank zum Schluss an unsere tollen Fangruppen, die mir auf der Strecke unheimlich geholfen haben und an Dietmar, der die Startunterlagen am Freitag für mich und viele andere abgeholt, sowie die Fahrt und das drumherum prima organisiert hat. (joa)